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Integrationsfigur Clubtrainer

Der Unterschied von einem Clubtrainer gegenüber einem Centertrainer ist, dass der Centertrainer Tennisplätze in einer Halle mietet, um sein Tennisbusiness zu betreiben und voranzubringen. Er sieht das Tenniscenter als Zweckort und hat in den meisten Fällen keine emotionale Verbundenheit mit dem Center. Es handelt sich um eine klassische B2B (Business to Business) Beziehung zwischen dem Tenniscenter und dem Centertrainer.



Wesentlich komplexer ist die Beziehung von einem Clubtrainer zum Tennisclub, wo er tätig ist. Er/Sie sollte den Tennis Nachwuchs fördern und interessierten Clubmitgliedern Einzel-/Gruppenlektionen anbieten. Die Platzressourcen muss er mit Mitgliedern, Interclub Teams und möglichen anderen Trainern teilen. An Clubanlässen oder an Wettkämpfen steht ihm oftmals kein Tennisplatz zur Verfügung. Als Clubtrainer ist er auch Ansprechperson für Neumitglieder, die ihre Kinder ins Training bringen wollen, oder selber an Unterricht interessiert sind. Für die Junioren des Clubs gilt er als Vorbild und Identifikationsfigur. Er trägt wesentlich zum Ruf des Tennisclubs bei und rekrutiert für den Club neue Mitglieder.


Sein Tennisbusiness betreibt er meistens auf selbständiger Basis und muss mit dem ihm vorgegebenen Rahmenbedingungen sein Einkommen sichern. Der Club gibt ihm die Möglichkeit auch Nichtmitglieder zu unterrichten, die gegen einen Platzmiete Aufpreis bei ihm Unterricht nehmen können. Er sollte auch über die erforderlichen Ausbildungen verfügen, die es dem Club erlauben, Unterstützungsgelder von Institutionen wie Jugend & Sport zu erhalten. Natürlich muss er seine Fortbildungen (alle zwei Jahre) selber finanzieren und terminieren. Die gesamte Administration & Einteilung obliegt meistens dem Clubtrainer.


Die Herausforderung für Tennisclubs ist, dass sie den Clubtrainer längerfristig an den Club binden können und ihn als Integrationsfigur innerhalb des Clubs etablieren können.

Denn nur Trainer, die über Jahre in einem Club sind, entwickeln eine Verbundenheit zu einem Club. Wenn sie mit Wertschätzung und Fairness behandelt werden, steigt ihre Eigenmotivation sich für den Club einzusetzen und begreifen sich als Teil eines Teams.


In der Realität gibt es mehr die B2B Beziehung zwischen einem Clubtrainer und einem Tennisclub Vorstand. Aus der Sicht des Vorstandes sind die Trainer entweder chaotisch in der Administration oder nutzen den Goodwill den die Clubs dem Trainer entgegenbringen aus. Die Trainer beklagen sich, dass die Rahmenbedingungen es ihnen nicht erlauben, ein vernünftiges Einkommen zu generieren oder ihr Business Wachstum voranzutreiben bzw. ihre Preise durchzusetzen. Oder die Trainer sehen ein Missverhältnis zwischen den Anforderungen, die der Club an die Trainer stellt, und ihren eigenen Wünschen.


Ein guter Tennistrainer ist ein guter Kommunikator, ein guter Geschäftsmann, ein guter Organisator, ein guter Verhandler, ein Vorbild für die Jugend, zuverlässig, denkt langfristig und mehrdimensional, ist spielstark und kompetent im Tennis, verfügt über eine grosse Menschenkenntnis und kann Konflikte mit der nötigen menschlichen Reife und dem nötigen Selbstbewusstsein lösen. Dies sind die Qualifikationen, die notwendig sind, um als Integrationsfigur in einem Tennisclub erfolgreich für sein eigenes Business aber auch für das Wohl des Tennisclubs zu wirken.


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